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16.06.2009
Rechtsextreme Fans und Maßnahmen des Vereins: Florian Schubert untersucht Strategien am Beispiel des HSV.
Büchertipp:
Rechtsextreme Fans beim Bundesligafußball: Ihre Strategien und die Maßnahmen der Vereine - Eine Fallstudie am Beispiel des HSV.
Autor: Florian Schubert.
Verlag: VDM Verlag
Seiten: 116
ISBN: 3639130898
Schubert, der Politik und Sport auf Lehramt studiert hat, berücksichtigte für seine Arbeit, die rechtsextreme Vorfälle bei Spielen der Bundesliga und der Nationalmannschaft bis zur Spielzeit 2007/08 und hat eigens Hamburger Nazi-Literatur der 1990er-Jahre untersucht und in die Arbeit eingebunden und konnte zudem auch von seinem eigenen Vorwissen profitieren. "Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Themengebiet Rechtsextremismus. Und bin außerdem seit meinem zehnten Lebensjahr Fußballfan. So lag es nahe, sich mit extrem rechten Verhaltensweisen im Umfeld von Fußballspielen zu beschäftigen. Das Faszinierende an dem Thema ist, dass in eben diesem Umfeld viele Menschen für kurze Zeit zusammenstoßen, und es sich dabei nicht um einen "unpolitischen", luftleeren Raum handelt. Sondern im Gegenteil, nämlich, dass Politik durchaus ein gesellschaftlicher Teil ist, der im Stadion vorhanden ist und auch dort verhandelt wird."
Dass die Vereine - nicht nur der HSV - erst sehr spät mit der Arbeit gegen Rechtsextremismus begonnen haben, ist nur eines von vielen Ergebnissen seiner Untersuchung: "Ich habe zwischen dem Verein HSV und dem DFB bei den Maßnahmen und Umsetzungen eher Parallelen festgestellt. Auch hier wurde das Problem jahrelang verharmlost. Und ebenso hat sich der Verein HSV lange geweigert, eine gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen und sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Das Umdenken hat allerdings beim HSV früher als beim DFB angefangen."
Schubert fordert auch andere Vereine auf, sich gegen den Rechtsextremismus auf dem Fußballplatz zu stellen: "Es ist sehr wichtig, dass sich Vereine und Institutionen der menschenverachtenden Politik extrem rechter Gruppen und Organisationen stellen. Dass sie nicht versuchen sollten, das Problem durch Ignorieren und Nichtverhalten in den Griff zu bekommen. Vereine können durchaus etwas im positiven Sinne bewegen und verändern, wenn sie klar Position beziehen. Eine der besten Möglichkeiten, menschenverachtende Verhaltensweisen und diskriminierende Äußerungen im Stadion zu bekämpfen, ist die Unterstützung von selbst organisierten Fanstrukturen."
Klappentext:
Fußball ist ein gesellschaftliches und kulturelles Ereignis. Im Stadion gibt es für viele Menschen den Ort, an dem sie ihre spontanen Gefühlserlebnisse freien Lauf lassen können. Gepaart mit inneren Überzeugungen kann es hierbei dazu kommen, dass gesellschaftlich gesetzte Grenzen übertreten werden. Es darf daher nicht verwundern, wenn seit Anfang der 80er Jahre neonazistische Gruppen versuchen, die Fanszene in Deutschland zu beeinflussen. Sie benutzen den Fußball, um ihre diskriminierenden Positionen zu verbreiten und über Medien in die Gesellschaft zu tragen. Sie können sich dabei oft auf eine latente Tolerierung von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus in den Fankurven stützen. Der Autor Florian Schubert vertritt die These, dass der DFB und die einzelnen Vereine das Problem Rechtsextremismus im Stadion und im Fußballumfeld lange Zeit nicht erkannt oder verharmlost haben. Es ist daher das Anliegen dieser Arbeit, mögliche Konsequenzen für die zukünftige Fanarbeit aufzuzeigen. Dieses Buch richtet sich an Entscheidungsträger in den Vereinen und Verbänden, Fanbetreuer, Multiplikatoren und jeden Fußballfan der sich mit der genannten Problematik auseinandersetzen möchte.
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