Am Ball bleiben News 06.11.2007

[06.11.2007]
Pilotprojekt zur Beseitigung rassistischer Schmierereien gestartet

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein Pilotprojekt zur Beseitigung rassistischer, diskriminierender oder antisemitischer Schmierereien auf Sportanlagen in seinen Landesverbänden Berlin und Niedersachsen gestartet. Dies wurde auf Empfehlung der neuen Arbeitsgruppe des DFB „Für Toleranz – gegen Rassismus“ in der vergangenen Woche beschlossen.

Immer wieder wird von Sportlerinnen und Sportlern berichtet, dass sie an Außenwänden, Kabinentüren, Umkleidekabinen auf den Sportanlagen rassistische und diskriminierende Beschmierungen vorfinden. Vor allem im Amateurbereich werden Fußballspiele meistens nicht auf vereinseigenen, sondern auf „öffentlichen“ Sportanlagen durchgeführt. Oftmals werden diese Sportanlagen nicht nur von einem, sondern von mehreren Vereinen genutzt, sodass keiner der Vereine sich für die Anlagen verantwortlich fühlt. Infolgedessen werden Schmierereien häufig ignoriert und nicht beseitigt. In diesen Fällen ist es notwendig, Verantwortlichkeiten zu definieren und die Vereine aufzurufen, die Schmierereien zu erkennen und zeitnah beseitigen zu lassen.

Daher hat die von Prof. Dr. Gunter A. Pilz geleitete Arbeitsgruppe „Für Toleranz – gegen Rassismus“ dem DFB empfohlen, gemeinsam mit dem Berliner Fußballverband und dem Niedersächsischen Fußballverband bis zum Ende der Winterpause (Mitte Februar 2008) im Rahmen eines Pilotprojektes eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Verunreinigungen von Sportanlagen und deren Nebenflächen sowie eine Beseitigung der vorhandenen Schmierereien vorzunehmen.

Die Arbeitsgruppe wird die Meldungen der beiden Landesverbände dann entsprechend aufarbeiten und eine Dokumentation erstellen mit der Zielsetzung, zukünftig das Projekt auf alle Regional- und Landesverbände in 2008 auszudehnen.

Die regelmäßig tagende Arbeitsgruppe berät die vom DFB-Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn geleitete Abteilung „Prävention und Sicherheit“, um Strategien gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball in Deutschland zu entwickeln. Prof. Dr. Gunter A. Pilz leitet den siebenköpfigen Arbeitskreis, dem außerdem folgende Mitglieder angehören: Roger Dan Nussbaum (TuS Makkabi Deutschland), Dr. Gregor Rosenthal (Bündnis für Demokratie und Toleranz), Ralf Schnitzmeier (Hannover 96), Olliver Tietz (DFB-Kulturstiftung), Gerd Wagner (Am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung), Dirk Zingler (1. FC Union Berlin).

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